Hilfe rund um Ihren Vortrag – so entscheiden Sie richtig

Sie haben einen wichtigen Vortrag vor sich und suchen Unterstützung. Dann stoßen Sie schnell auf Angebote, die ähnlich aussehen, aber etwas völlig Unterschiedliches versprechen: die Speaker-Karriere, starkes Selbstbewusstsein auf der Bühne oder fein abgestimmte Arbeit am Inhalt. Wer hier nicht genau hinsieht, investiert leicht viel Zeit und Geld in die falsche Art von Hilfe. Denn ein Mensch kann auf der Bühne überzeugend wirken und trotzdem sein Thema verfehlen.

Nicht jede Hilfe rund ums Sprechen arbeitet am selben Problem

Wer Unterstützung für einen wichtigen Auftritt sucht, findet Angebote mit ähnlichen Vokabeln: Präsenz, Wirkung, Sicherheit, überzeugendes Auftreten. Dahinter können jedoch völlig verschiedene Arbeitsweisen und Ziele stehen. Das macht die Auswahl nicht leichter – besonders dann nicht, wenn die eigene Unsicherheit noch keinen klaren Namen hat.

Die wichtigste Frage dabei: Wo wurzelt das eigentliche Problem? Vielleicht möchten Sie als Speaker sichtbar werden, Bühnenaufnahmen produzieren und ein Netzwerk in der Speaker-Szene aufbauen. Vielleicht wollen Sie an Stimme, Gestik und Präsenz arbeiten. Oder Sie haben in drei Wochen einen entscheidenden Vortrag vor sich und wissen: Das Material ist vorhanden, aber wie daraus etwas Überzeugendes machen? Die passende Hilfe ist jeweils eine andere.

Wenn Sie eine Speaker-Karriere anstreben

Ein Teil der Speaker-Branche verkauft nicht in erster Linie bessere Vorträge für konkrete Anlässe. Im Zentrum steht der Weg zur öffentlichen Identität als Speaker: mit Zertifikat, Bühnenauftritt, Videoaufnahmen, Rankings, Netzwerk und Sichtbarkeit.

Das kann für Menschen ein passendes Angebot sein, die tatsächlich in dieses Geschäft einsteigen möchten. Sie suchen nicht unbedingt Unterstützung für eine einzelne Keynote, sondern Orientierung auf dem Weg zu einer neuen beruflichen Rolle. Sie möchten sich positionieren, Referenzen aufbauen und im Markt als Speaker wahrgenommen werden.

Das ist ein anderes Ziel als die Entwicklung eines Vortrags für einen bestimmten Kongress, einen Produktpitch oder eine interne Führungskräftetagung. Ein Bühnenvideo zeigt, dass jemand auf einer Bühne gestanden hat. Es zeigt noch nicht automatisch, ob diese Person für ein bestimmtes Publikum etwas Relevantes zu sagen hat.

Zertifikate und Listen können innerhalb einer Branche eine Funktion haben. Für den konkreten Auftraggeber zählen jedoch meist andere Dinge: die Relevanz des Themas, die Passung zum Anlass, glaubwürdige Referenzen und die Frage, ob dieser Vortrag sein Publikum erreicht.

Wer also keinen Speaker-Status aufbauen, sondern einen wichtigen Auftritt vorbereiten möchte, sollte genau prüfen, welches Problem das Angebot eigentlich löst.

Wenn die Panik im Körper sitzt oder die Stimme streikt

Die klassischen Rhetorik- und Auftrittstrainer setzen meist dort an, wo Unsicherheit unmittelbar sichtbar und spürbar wird: bei Stimme, Atmung, Haltung, Bewegung, Gestik, Blickkontakt und Präsenz. Viele von ihnen kommen aus dem Schauspiel oder aus verwandten Bühnenberufen. Sie behandeln den Körper folgerichtig als Instrument des Auftritts.

Das ist absolut sinnvoll, wenn die Panik im Körper sitzt und IMMER zuverlässig vor jedem Auftritt auftaucht. Oder wenn Sie mit Ihrer Stimme oder Artikulation unzufrieden sind. Hier macht systematische Körper- und Stimmarbeit einen entscheidenden Unterschied. Sie ist dann die beste, wenn nicht gar notwendige Form der Unterstützung. Sollten wir dies im Vorgespräch erkennen, empfehle ich Ihnen sofort jemand anderen als mich.

Auch die Arbeitsreihenfolge ist meist eine andere als bei mir: Der Vortrag steht bereits und man arbeitet daran, ihn körperlich und stimmlich zugänglich zu machen. Oder es wird zunächst mit kurzen Texten und Übungsmaterial gearbeitet. Die dabei gewonnene Sicherheit soll sich später auf den eigentlichen Vortrag übertragen.

Das setzt allerdings voraus, dass der Vortrag, auf den diese Fähigkeiten übertragen werden sollen, inhaltlich bereits in Top-Form ist. Denn eine tragende Stimme entscheidet nicht, welche von zwölf richtigen Aussagen in diesem Vortrag die notwendige ist. Und eine überzeugende Bühnenhaltung beantwortet nicht die Frage, warum das Publikum diesem Gedanken jetzt folgen sollte.

Wenn Sie im Gedankenwald nicht mehr wissen, wo die Bäume stehen

Manche Menschen kommen mit einem anderen Satz: „Ich hab mich total verzettelt! Ich weiß nicht mehr, was ich überhaupt sagen soll.“ Der Körper funktioniert durchaus. Mit dem Präsentieren vor Gruppen haben sie üblicherweise kein Problem. Aber jetzt, weil das Thema neu ist oder das Publikum anders oder der Erfolgsdruck gestiegen ist – jetzt herrscht im Kopf zunehmend Unordnung: zu viele Gedanken, zu viele mögliche Einstiege, zu viele richtige Aspekte und keine verlässliche Entscheidung darüber, was dieser Vortrag eigentlich leisten soll.

Das ist keine Angst vor Gruppen, keine stimmliche Schwäche und kein grundsätzliches physisches Problem, auch wenn es Ihnen den Schweiß auf die Stirn treibt oder den Schlaf raubt: Es ist ein Problem der inhaltlichen Orientierung.

Gerade dann reicht es nicht, einen chaotischen oder bruchstückhaften Vortrag noch überzeugender vorzutragen. Der Vortrag muss zunächst entstehen oder neu geordnet werden. Was muss dieses Publikum verstehen? Was ist für diesen Anlass wirklich relevant? Welche Gedanken gehören zusammen? Was darf weg, obwohl es fachlich richtig und persönlich wichtig ist? Wo braucht der Vortrag Verdichtung? Wo ein Beispiel, eine Szene oder eine Zumutung?

Die Reihenfolge ist entscheidend: Ich arbeite zuerst am Inhalt, dann am Auftritt. Nicht, weil Stimme, Körper und Präsenz unwichtig wären. Sondern weil sie ihre Wirkung erst entfalten können, wenn klar ist, was durch sie hindurch vermittelt werden soll.

Auch in meinem Vortragscoaching kann Körper- und Auftrittsarbeit vorkommen – als Ergänzung, nicht als Ausgangspunkt. Ein wenig Stimme, Haltung, Timing oder Raumpräsenz kann helfen, einen klar entwickelten Gedanken besser zugänglich zu machen. Aber ich baue nicht zuerst eine überzeugende äußere Form und hoffe, dass der Inhalt später hineinpasst.

Denn Sicherheit entsteht in dieser Situation nicht dadurch, dass jemand eine Rolle einübt. Sie entsteht, wenn die Person ihren Vortrag durchdrungen hat: Wenn sie weiß, warum sie jeden zentralen Gedanken sagt, welchen Weg sie mit dem Publikum geht und worauf sie auch dann zurückgreifen kann, wenn eine Formulierung verloren geht.

Die richtige Hilfe beginnt mit der richtigen Frage

Die drei Angebote sind nicht besser oder schlechter. 
Sie beantworten verschiedene Bedürfnisse.

Treibt mich der Ehrgeiz, ein berühmter Speaker zu werden? 

Oder will ich wiederkehrende Hindernisse angehen, die sich vor jeder Auftrittssituation einstellen? 

Oder rede ich normalerweise problemlos, will aber, dass DIESER Vortrag in einer höheren Liga spielt, weil viel auf dem Spiel steht und/oder ich ihn oft halten werde?

Die jeweilige Anlaufstelle kennen Sie jetzt. 
Wenn’s noch hakt, klären wir das gemeinsam im kostenlosen Vorgespräch.