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Krisenansprache: So finden Sie die richtigen Worte für schwere Zeiten

Krisenansprache: So finden Sie die richtigen Worte für schwere Zeiten

Die Worte, die Sie jetzt an die Belegschaft, Zulieferer oder Kunden richten, bestimmen die weiteren Geschicke Ihres Unternehmens. Keine leichte Sache. Deshalb finden Sie hier erste Hilfestellungen für schwierige Botschaften und das Aufbauen von Vertrauen. Für Ihre Appelle, aber auch fürs Mut machen, Richtung vorgeben, Mitgefühl zeigen und für ein starkes Wir-Gefühl.

So bereiten Sie Ihre Krisenansprache per Mail, Videobotschaft, Videokonferenz, Podcast oder Chat richtig vor:

Erst mal ein Mutmacher für Sie persönlich: Für diese Aufgabe müssen Sie kein großer Redner sein, auch keine große Rednerin. Auch muss es nicht perfekt sein, sondern glaubwürdig, nachvollziehbar und nahe gehend. Vor allem sollen die Angesprochenen hinterher klar verstehen, was Sie eigentlich von Ihnen gewollt haben. Deshalb gleich die erste Frage:

Was wollen Sie mit Ihrer Ansprache erreichen?

Am besten formulieren Sie Ihr Ansprache-Ziel klar, konkret und simpel in einem Satz, zum Beispiel so:

Die Mitarbeiter sollen wissen, dass ich voll hinter Ihnen stehe.

Die Kunden sollen wissen, dass was wir alles tun, um die Lieferzeiten zu beschleunigen.

Die Zulieferer sollen Zutrauen in unsere Handlungsfähigkeit gewinnen.

Diesen Zielsatz am besten groß Ausdrucken, damit Sie ihn immer vor Augen haben. Er ist die Latte, an der sich jeder Satz, jedes Wort messen lassen muss.

Die Elemente einer Krisenansprache

… habe ich hier in Checklisten-Frageform aufgeführt:

  • Wie beschreibe ich die Lage für jede Person konkret und menschlich nachvollziehbar?
  • Was haben wir bisher getan, um der Krise Herr zu werden?
  • Wem bin ich in diesem Moment bereits zu Dank verpflichtet? Nicht nur meinem engsten Stab, sondern alle, die positiv beitragen. Wie kann ich Lob und Dank so formulieren das er mitten ins Herz trifft?
  • Wie geht es mir selbst damit? Wie hat mich die Krise berührt? Wie zeige ich, dass ich „einer von Euch bin“? Ich leide nicht mit mir selbst, sondern weil andere leiden. Im Zweifel dieses Element weglassen.
  • Welche Entscheidungen mussten wir treffen?
  • Wie begründe ich diese Entscheidungen, so dass sie jede/r verstehen kann?
  • Womit müssen wir noch rechnen?
  • Was tun wir jetzt, um Schlimmeres zu verhindern?
  • Was will ich JETZT von den Angesprochenen? Wie kann ich das eingängig und griffig formulieren?
  • Wem bin ich nochmals oder noch zu Dank verpflichtet?
  • Wie male ich mitten in der Nacht einen Sonnenaufgang an den Himmel?[1]
  • Was bin ich bereit, dafür zu tun? Wie werde ich mich verändern? Was werden wir „danach“ tun?

Sie müssen nicht alle diese Elemente verwenden und auch nicht zwingend in dieser Reihenfolge, obwohl sie sehr wohl eine grobe Struktur liefert. Sie können nach jeder Frage einen kurzen Brainstorm machen, Ideen und mögliche Antworten notieren. Dann dürften Sie Ihr Material zusammenhaben.

Der ehrliche Vertrauens-Selbstcheck vor der Konzeption der Krisenansprache

Viel wird davon abhängen, woran Sie bereits anknüpfen können: Ist Ihr Vertrauenskonto gut gefüllt, weil Sie zusammen schon ganz andere Krisen durchgestanden haben? Dann können Sie direkt an diese Erfolgsgeschichten anknüpfen. Wenn Sie das tun, vergessen Sie nicht, noch einmal ausdrücklich die Stärken und Leistungen aller damals Beteiligten hervorzuheben.

Ist Ihr Vertrauenskonto bei Null, zum Beispiel weil Sie noch frisch in dieser Position sind, kommunizieren Sie, wie sehr Sie die anderen brauchen. Demut, der Mut zu dienen, ist hier oberstes Gebot.

Ist Ihr Vertrauenskonto in den Miesen, hilft nichts anderes, als vergangene Fehler einzuräumen, und zu zeigen: Ich habe mich verändert. Oder: Wir haben uns verändert.

Je ehrlicher Sie vorher mit sich selbst ins Gericht gehen, desto glaubwürdiger werden Sie am Ende sein. Ein guter Merksatz dabei: “Sag, was Du tust, und dann tu, was Du sagst.“

Die Glas-halb-voll-Technik – in Maßen eingesetzt

Also nicht: „Wir werden nicht untergehen“, sondern eben: „Wir schaffen das“. Viele negative Formulierungen lassen sich im Feinschliff ins Positive drehen und so eine optimistischere Grundstimmung aufkommen. Doch wenn das Glas eher leer statt halbleer ist, lassen Sie es – und nennen die Dinge lieber ehrlich beim Namen.

Nähe herstellen in der Krisenansprache durch eine ausgewogene Pronomina-Bilanz

Das ist schnell erklärt:

  • Zählen Sie einfach alle Pronomina in der 1. Person [ich, mir, mich, wir, uns, unser]
  • Und zählen Sie einfach alle Pronomina in der 2. Person [du, dir, dich, Sie, Ihnen, Ihr]

Je ausgewogener die Anzahl ist und je häufiger beide Pronomengruppen vorkommen, desto persönlicher, näher und verbindlicher wird Ihre Sprache. „Ich bin für Euch da. Wir stehen Euch bei, wo es nur geht“, das klingt näher und persönlicher als, „ständige Hilfe wird gewährleistet“. So können Sie – nur durch die Häufigkeit und Ausgewogenheit dieser Pronomengruppen – die Nähe oder Distanz in Ihrer Ansprache steuern.

Jemand drübergucken lassen – und schneller das Richtige tun

Zwei Köpfe finden schneller die richtigen Worte als einer. Vor allem dann, wenn ein Kopf von außen und ein Profi ist. Ich konzipiere und texte seit über zehn Jahren für Unternehmer, Politiker, Autoren, Speaker und Experten – unter anderem für deren Vorträge, Reden, Videobotschaften. Je herausfordernder, desto zielstrebiger. Buchen Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch: über jaeger@vortrags.coach, auf www.vortrags.coach oder gleich: +49 4038023060 Ich kann: • Sie coachen für Videocasts • Ihren Entwurf optimieren • Ihre Ansprache schreiben

Wie auch immer: Viel Erfolg! Bei Sonnenaufgang werden Sie staunen, wie sehr er dem Bild ähnelt, das Sie mitten in der Nacht für alle gemalt haben. Das wünsche ich Ihnen.

 

 

[1] Meisterhaft machte das Matthias Horx mitten in der Corona-Krise: https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/

Photo: Wil Stuart auf unsplash.com

By |2020-03-22T13:20:43+00:00März 22nd, 2020|Vortrags-Tipps|0 Comments